PISA fängt nicht mit 15 an. PISA fängt am ersten Tag in der Kita an.
Kaum sind die PISA-Ergebnisse da, überschlagen sich die Schlagzeilen. Und im Wahlkampf klingt es wieder wie ein Lieblingssatz aller Parteien: Frühkindliche Bildung ist unsere Zukunft.
Schön gesagt. Jetzt müsste man es nur noch genauso konsequent finanzieren.
Der Bildungsauftrag in unseren Kitas ist nämlich kein netter Programmpunkt – er ist tägliche Arbeit. Dafür braucht es gut ausgebildete pädagogische Fachkräfte, verlässliche Rahmenbedingungen und vor allem: genügend Zeit für Kinder.
Die Kinderzahlen gehen zurück. Eigentlich eine Riesenchance. Aber bitte nicht, indem Personal hin- und hergeschoben oder Gruppen geschlossen werden. Nutzen wir sie doch endlich für das, worüber seit Jahren geredet wird: kleinere Gruppen und dringend mehr Personal pro Gruppe. Qualität entsteht nicht durch Sparpläne, sondern durch Beziehungen.
Um gutes und qualifiziertes pädagogisches Personal in dem Berufsfeld zu halten, müssen auch die Arbeitsbedingungen verbessert werden!
Denn dieses Fachpersonal, mit einer qualifizierten Ausbildung legen den Grundstein für Kindliches Lernen.
Kinder lernen in der Kita, Sprache zu entdecken, mathematische Zusammenhänge spielerisch zu verstehen und neugierig auf die Welt zu bleiben. Und sie lernen Demokratie – nicht aus einem Bilderbuch, sondern durch echte Partizipation. Wenn ihre Meinung zählt, sie mitentscheiden dürfen und erleben: Ich werde gehört.
Genau dort wird das Fundament gelegt. Das, was wir Jahre später in der PISA-Studie messen, hat seinen Anfang längst in der Kindertagesstätte genommen.
Liebe Politik ( nicht nur) in Schleswig-Holstein: Weniger Sonntagsreden über die Bedeutung der Kitas. Mehr Mut, das Kita-Gesetz zu ändern und wirklich in Qualität zu investieren. Denn Wahlversprechen fördern keine Kinder – gute Kitas tun das.
PISA ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis der Entscheidungen, die wir viele Jahre vorher treffen.

